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"Verschobene Migräne"

MigräneWelchen Einfluss hat die Behandlung eines Migräneanfalles auf die eventuell nachfolgende Attacke?

Immer wieder berichten Betroffene davon, dass Migräneanfälle, auf die bei ihrem Beginn mit konsequenter Ruhe und Unterbrechung der normalen Tätigkeit reagiert wird, relativ mild ablaufen. Hingegen wird ebenfalls beobachtet, dass zuvor medikamentös unterdrückte Anfälle, ohne die entsprechende Ruhephase, später mit Vehemenz erneut ausbrechen und zwar nicht selten stärker und länger andauernd als „normal“.

Dazu passt auch die manchmal geäußerte Vermutung, etliche Medikamente, wie z.B. Triptane, würden mit der Zeit in ihrer Wirkung nachlassen oder selbst zu häufigeren Anfällen führen. – In diesem Zusammenhang müsste die Interpretation eher lauten: Medikamente können den Migräneanfall unterbrechen und lindern aber sie ersetzen nicht die notwendige Erholungs- und Regenerationsphase um den Anfall herum.

 Ich würde mich über Nachricht von Euch freuen, in wieweit sich bei Euch „verschobene Anfälle“ in Dauer und Intensität von „direkt verarbeiteten Anfällen“ mit entsprechender Aktivitätspause unterscheiden oder auch nicht.

Denn falls es kaum Unterschiede gibt, so kann die einzelne Migräne eher als isoliertes Ereignis betrachtet werden. Gibt es aber häufiger Unterschiede, so müsste der einzelne Anfall und dessen Behandlung vermehrt auch in seinem Einfluss auf die nachfolgenden Anfälle gesehen werden.

........ Nach etlichen, auf verschiedenen Wegen eingegangenen Mitteilungen, für die ich mich hiermit sehr bedanke, könnte ein bisheriges Kurzresumée mal wieder lauten: Zusammenhänge und Reaktionen sind bei jedem verschieden.

Zwei Extremvarianten lassen sich allerdings beschreiben:

  • Wird ein beginnender Migräneanfall medikamentös hinausgezögert und unterdrückt und gärt ohne Ruhephase des Betroffenen weiter, so „büßt“ der Patient dieses Vorgehen u.U. 1 – 2 Tage später mit einer deutlich länger anhaltenden Kopfschmerzattacke.
  • Beginnt eine Migräne und der Betroffene geht in maximale Erholung und Entspannung, dann führt der abrupt nachlassende Stresspegel u.U. sehr rasch zum vollen nachhaltigen Ausbruch der Attacke (analog zur Wochenendmigräne).

Zwischen diesen Varianten gibt es zahlreiche Nuancen und Kombinationen.

„Typ 1“ könnte eventuell schauen, dass er die Migräne rasch ablaufen lässt und sich in einen Ruheraum zurückziehen.

„Typ 2“ setzt mit der Entspannung vielleicht besser erst nach komplettem Abklingen der Migräne ein, also im Intervall und ersetzt bis Attackenende möglichst rasch den „Auslösestress“ durch andere Aktivitäten oder suggerierte Anspannung (wie z.B. beim Biofeedback).

In jedem Fall scheint es sich aber zu lohnen, einmal auf mögliche Zusammenhänge zwischen benachbarten Attacken und deren Behandlung zu achten.