Therapiekonzept

Orientierungshilfe (Klinik oder Kur?)

OrientierungshilfeSchmerzklinik, Tagesklinik, Kompaktkur, was erwartet den Besucher, womit kann er rechnen und wo ist er mit seinen Beschwerden am besten aufgehoben?

Einig ist man sich inzwischen, dass Migräne und Spannungskopfschmerzen am besten multimodal behandelt werden. Das heißt: Medikation, Psychologische Behandlung, Physikalische Therapie und Diätberatung sollten sich sinnvoll ergänzen und Besonderheiten sollten im Einzelfall berücksichtigt werden können. Dies nehmen alle genannten Einrichtungen für sich in Anspruch.

Einig ist man sich auch darin, dass Kopfschmerzpatienten in der Regel nicht bettlägrig sind und daher der Krankenpflege nicht bedürfen.

Für eine Klinik sollte sich aber vor allem jemand entscheiden, bei dem noch eine diagnostische Abklärung erfolgen muss (die der Neurologe ambulant nicht ausreichend bewerkstelligen konnte), oder jemand, der einen Medikamentenentzug von Beruhigungsmitteln anstrebt. Des Weiteren, wer an schwerwiegenden inneren Erkrankungen leidet oder wer an extrem langen Migräneepisoden oder täglichen Anfällen leidet und bei dem womöglich eine Infusionstherapie erforderlich ist, mit engmaschigen klinischen Kontrollen.

Außerdem Patienten mit einem hohen Sicherheitsbedürfnis, die auch öfters nachts einen Notarzt benötigen.

Dann sollte man berücksichtigen, dass ein intensives Behandlungsprogramm auch Stress bedeuten kann und entsprechende Ruhepausen zwischen den Anwendungen und am Abend sehr wichtig sind. Abstand von privaten und beruflichen Belastungsfaktoren kann unter Umständen erheblich zum Behandlungserfolg beitragen.

Es ist einfach schwierig, wenn nach anstrengendem Therapien und Informationsveranstaltungen am Abend der Haushalt in Akkordzeit aufgearbeitet werden muss.

Kompaktkuren weisen neben einem Schwerpunkt auf der Physikalischen Therapie (wichtig bei begleitender Rückenschmerzproblematik) als Besonderheit den intensiven Kontakt und Erfahrungsaustausch mit einer konstanten Gruppe Mitbetroffener auf. Dies fördert das Vertrauen untereinander, da es keinen ständigen Teilnehmerwechsel gibt. Dies sei nur kurz als Allgemeinkriterium erwähnt.

Spezialitäten einzelner Therapieeinrichtungen, wie z.B. bestimmte empfohlene Diäten oder die Teilnahmemöglichkeit an einer Wirksamkeitsstudie für einzelne Medikamente müssen natürlich gesondert berücksichtigt werden, wie auch die individuelle Vorliebe des Gastes bei der Auswahl des Übernachtungsquartiers (Klinikzimmer, Hotel/Pension oder daheim).