Triptane

MigräneTopamax Migräne - Frust vorprogrammiert?

Migräne-Patienten können aufatmen:

Topamax Migräne ist seit 1. August 2005 im Handel.

... Damit lässt sich bei jedem zweiten Patienten eine Attackenreduktion um mindestens 50 Prozent erreichen und verbleibende Migräneattacken werden deutlich schwächer.

„Wir wissen, dass der Wirkstoff gut vertragen wird, Blutdruck und Kreislauf bleiben unbeeinflusst, als Zugabe kann außerdem sogar Gewicht reduziert werden.“

So ähnlich wird von den üblichen Vorbetern im Bewusstsein attraktiver Referentenhonorare gejubelt und tausende Patienten wandern hoffnungsvoll, den Spezialisten folgend, in die Anwendungsbeobachtungen. Eine Variante moderner Leibeigenschaft.

Im Diskussionsforum der Migräneliga fällt die Euphorie über Topamax sehr viel bescheidener aus. Berichte über Nebenwirkungen und ausgebliebene Erfolge häufen sich.

Beinahe vernichtend klingt die Stellungnahme des Arznei-Telegramms in seiner Ausgabe 9/2005:

…Der Nutzen von Topamax Migräne ist unzureichend belegt, da die vorgelegten Studien gravierende Mängel aufweisen. Und ….. angesichts der allenfalls bescheidenen Effekte von Topamax und der Häufigkeit und Schwere der Störwirkungen raten wir von der Verordnung des Antiepileptikums zur Migräneprophylaxe ab.

Hier sind einige der im Artikel angeführten Kritikpunkte:

  • Erst ab einer Tagesdosis von 100 mg Topamax wurden „Migräneperioden“ etwas deutlicher als unter Placebo reduziert. Für 50 mg/d gibt es keine Vorteile!
  • 37% bis 47% der Teilnehmer schieden vorzeitig aus den Studien aus!
  • Vor allem wegen Störwirkungen bei Topamax und Erfolglosigkeit bei Placebo.
  • Da jeder zweite Topamaxanwender über Störwirkungen berichtet, scheint eine Verblindung im Anwendungstest kaum adäquat möglich.
  • Bei bescheidenem Anwendernutzen drohen u.U. massive Störwirkungen in peripheren und zentralen Nervensystem. Jeder Zweite klagt über Parästhesien.

Nicht in die Studien aufgenommen wurden übrigens Patienten mit Triptangebrauch an mehr als 8 Tagen im Monat oder Versagen von mehr als 2 anderen Prophylaktika in der Vorgeschichte.

Ich wünsche allen Topamaxanwendern (Patienten wie Verordnern) viel Erfolg – aber auch eine realitätsnahe Erwartungshaltung!