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„Me too“ in der Medizin

Migränekur.de in Bad-Endbach

„Me too“- während die Debatte über Sexismus und sexualisierte Gewalt in Politik und in der Film- und Kunstbranche bereits seit Monaten voll in Gang ist, scheint das Thema bei den in medizinischen Bereichen Tätigen bisher keine große Rolle zu spielen. Zumindest, wenn es um die eigene Situation als Opfer geht.

Der Ausbildungsgang zum promovierten Vollmediziner ist von streng hierarchischen Strukturen geprägt und leider steht mancher Halbgott in Weiß in dem Ruf, seinen hippokratischen Eid auszublenden und Abhängige zu kujonieren, um persönliche Bedürfnisse zu befriedigen oder befriedigen zu lassen. Wie sehr muss die junge Studentin gelitten haben, die Ihre Doktorarbeit nach 18 Monaten Vorarbeit aufgegeben hat weil ihr der Doktorvater bei der Pflege der bebrüteten Zellkulturen nachstieg? Notwendige Laboraufenthalte in den Katakomben bis spät in den Abend wurden so zur Tortur oder die Versuchsreihe drohte unbrauchbar zu werden!

Aber auch bei den medizinischen Hilfsberufen gibt es noch die Berichte von Lehrern in den Massage- oder Krankenpflegeschulen, die ihre „Jahrgangsfavoritinnen“ auswählten und förderten aber auch eine Missachtung der Avancen mit schlechteren Noten abstraften.

Inzwischen gibt es Kummerkästen und soziale Netzwerke.

Eine seriöse große Hilfe wäre aber eine von den Ärztekammern begleitete Beschwerdestelle mit der Möglichkeit einer auch anonymen Meldung von Missständen und erlebtem Unrecht - für ehemals Betroffene, für zurzeit Tätige und auch für zukünftig Auszubildende und deren Eltern.

Dr. Andreas Pfaff
Bad Endbach, den 19.02.2018